KI-Governance im Unternehmen aufbauen:
ein praktischer Fahrplan

KI-Governance ist mehr als ein Regelwerk – sie ist die organisatorische Grundlage für den verantwortungsvollen Einsatz von KI. In unseren Projekten hat sich ein Vorgehen in vier Schritten bewährt.
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Am Anfang steht ein KI-Inventar: Welche Systeme sind im Einsatz, wer nutzt sie, zu welchem Zweck und mit welchen Daten? Ohne diese Transparenz lässt sich weder Risiko bewerten noch Compliance nachweisen. Viele Unternehmen unterschätzen, wie viele KI-gestützte Werkzeuge bereits unkoordiniert im Einsatz sind.
Schritt 2: Risikoklassifizierung
Jedes System wird den Risikokategorien der KI-Verordnung zugeordnet – von verbotenen Praktiken über Hochrisiko-Systeme bis zu Anwendungen mit minimalem Risiko. Diese Einordnung bestimmt, welche Pflichten konkret gelten und wo Prioritäten liegen müssen.
Schritt 3: Rollen und Verantwortlichkeiten
Governance braucht Zuständigkeiten. Ein KI-Verantwortlicher oder ein interdisziplinäres Gremium aus IT, Recht, Datenschutz und Fachbereichen steuert Bewertung, Freigabe und Überwachung. Klare Eskalationswege verhindern, dass Verantwortung im Zweifel niemand trägt.
Schritt 4: Richtlinien und Kompetenz
Den Abschluss bilden verbindliche KI-Richtlinien und der Aufbau von KI-Kompetenz im Team. Beides greift ineinander: Regeln wirken nur, wenn die Mitarbeitenden sie verstehen. Damit schließt sich der Kreis zur KI-Kompetenzpflicht nach Artikel 4 – dem Fundament jeder funktionierenden KI-Governance.